Theaterjugendclub

Es war einmal das Märchen „Wie weit?“ vom Theaterjugendclub
Im Podium feierte der Theaterjugendclub des Theaters Magdeburg am 16. November die Premiere seines neuen Programms: „Wie weit?“.
Von Oliver Scheer


Es ist ein Märchen, das eigentlich jeder einmal erlebt hat. Hanna, gespielt von Anna Sophie Midori Greulich, erzählt rückblickend dem Zuschauer die schöne und zugleich traurige Geschichte ihres Lebens. Die Geschichte von der ersten großen Liebe.
Es ist eine Liebe in den Kinderschuhen. Nur langsam beginnen die verträumte Hanna und ihr bester Freund Hannes zu ahnen, dass sie mehr verbindet als nur bloße Freundschaft. Ein Umstand den ihre besten Freunde und Hannes Schwester schon lange erkannt haben. Die Frage wie man sich jetzt verhalten soll, beschäftigt die beiden, lässt sie umeinander kreisen und birgt immer die Gefahr, dass es ihre enge Freundschaft gefährden könnte, bis es zu einer alles verändernden Katastrophe kommt.
Mit „Wie weit?“ präsentieren sich dem, an dem Abend größtenteils jungem Publikum, keine ausgebildeten Schauspieler oder veraltete Laien. Auf der Bühne stehen junge Darsteller im Teenageralter. Die Jugendlichen spielen dabei Charaktere ihrem eigenen Alter entsprechend, die sich mit ihnen bekannten Alltagssorgen herumschlagen müssen. Das macht es sicherlich auch einfacher für die Jugendlichen ihren Rollen Glaubwürdigkeit zu verleihen und so kleinere Unsicherheiten zu überspielen, wo die Bühnenerfahrung noch fehlt.

Dass die jungen Darsteller sich nicht hinter den großen Vorbildern verstecken müssen, dafür sorgt die Inszenierung von Anna Cloes und Daniel Kuhlemann. Ein Wii Match zwischen Bruder und Schwester wird in Richtung des Publikums ausgetragen, während im Hintergrund eine halbdurchsichtige Wand zum Bildschirm wird. Die Hauptfigur Hanna lässt immer wieder das Geschehen mit Hilfe ihrer Fernbedienung einfrieren, um ihre eigenen Empfindungen dem Publikum mitzuteilen. Immerhin ist es ihre Erinnerung, die man sich an dem Abend ansieht.

In der Inszenierung „Wie weit?“ finden sich einige gute Ideen, wenn gleich sie auch ab und an wie aus dem Handbuch für Theaterpädagogik wirken. Musikstücke, wie „Alt wie ein Baum“ oder dem titelgebenden Lied „Hungriges Herz“ in der Version von Scala & Kolacny Brothers, sorgen zusätzlich für gute Unterhaltung über die Dauer von 45 Minuten, die „Wie weit?“ leider nur dauert. Langeweile hat keine Chance und Abwechslung ist geboten, aber ein schnell herbeigeführtes Finale beendet das Stück wie eine kalte Dusche und als der Vorhang fällt, bleibt der Zuschauer mit der Frage zurück: Geht es nicht noch weiter?

Leitung Anna Cloes und Daniel Kuhlemann
Premiere: Fr, 18.11.2011
Spielort: Opernhaus / Podium


Weitere Spieltermine:
Di, 06.12.2011 19:30
Di, 21.02.2012 19:30
Mi, 22.02.2012 19:30
Do, 23.02.2012 19:30